Der aktuelle Karlsruher Transfer: Manipulation und Verführung

Karlsruher Transfer 49

Unsere tatsächliche Gegenwart wird regelmäßig durch unsere Wahrnehmung verzerrt. Denn die Wirklichkeit, welche wir erfassen, ist lückenhaft, subjektiv, oft trügerisch oder auch einfach nur falsch.


Anastasia Evsyukova, Chefredakteurin

 

Ganze Regierungen verschleiern Tatsachen und Geschehnisse, die niemals ans Tageslicht treten werden. Die Presse als ein homogenes Informationsinstrument hat längst ausgedient, sofern sie es denn jemals vermochte objektive Berichterstattung zu betreiben. Gleichsam kreative, wie auch gerissene Künstlerköpfe drängen uns dazu Dinge zu kaufen, die wir im Grunde gar nicht wollen, geschweige denn brauchen und die in der Realität nichts mehr mit dem perfekt mittels Photoshop in Szene gesetzten Produkten gemein haben, die uns ursprünglich doch so penetrant angepriesen wurden.  Bereits kleine Kinder haben ein ausgeklügeltes System zu welchem Zeitpunkt und in welchem Winkel sie ihren Schmollmund ziehen und die Kulleraugen glänzen lassen müssen, um das Objekt der Begierde von den Eltern zu bekommen und selbst gegen die Täuschungen der Natur sind wir nicht gefeit. So lässt beispielsweise die afrikanische Wunderbeere Süßes sauer schmecken und verwirrt damit unseren Geschmackssinn.

Im Grunde kann einem Niemand genau sagen, ob das, was wir in einem Augenblick erfahren dem Tatsächlichen, dem Wahren entspricht. Fraglich ist selbst, ob dies objektiv überhaupt erfassbar sein kann.
Ähnlich der optischen Täuschungen blendet uns die Umwelt und führt uns irre, sodass wir uns gezwungen sehen auf unser subjektives Bewusstsein zurückzugreifen.
Bedenkt man all diese Dinge, so muss man zwangläufig sämtliche Informationen, Berichte und Eindrücke, ja sogar unsere eigene Meinung hinterfragen und sich gelegentlich auch mit Kontrapositionen auseinandersetzen, um so unter Umständen dann das etwas klarer zu sehen, was uns die Scheuklappen der Umwelt sonst so gekonnt verwehren.
Schließlich ist es genau diese bewusste Individualität, welche den Menschen vom Tiere unterscheidet,  sodass wir im Stande sind unser Weltbild von dem der anderen zu differenzieren, sollte unsere Wahrnehmung uns triftige Gründe hierfür liefern.

Letztendlich sind wir trotz allem auf unsere Sinne sowie die damit verbundenen Sinneseindrücke angewiesen, denn ohne sie sind wir lediglich der Mensch, welcher in der Wüste mit geschlossenen Augen den Versuch unternimmt geradeaus zu gehen.

Und kommen vom Weg ab.

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